SPD-Fraktion Erftstadt

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SPD-Fraktion spricht sich gegen die Intention des Bürgerbegehrens aus

Ratsfraktion

Alle weiterführenden Schulen sind aufgrund der demographischen Entwicklung nicht zu halten

Die SPD-Fraktion hat sich in ihrer Sitzung gestern Abend klar gegen die Forderung des Bürgerbegehrens positioniert. „Der unveränderte Erhalt aller bestehenden weiterführenden Schulen in Erftstadt führt zum Stillstand in der Schulpolitik, verhindert ein vielfältiges, umfanggerechtes und wohnortgerechtes Bildungsangebot und schwächt die weiterführenden Schulen in Erftstadt“, fasst Fraktionsvorsitzender Bernd Bohlen die Diskussion in der SPD-Fraktion zusammen. Das Bürgerbegehren richte sich außerdem klar gegen die Einrichtung einer Gesamtschule und damit einer anerkannten Regelschule.

 

 

Die SPD-Fraktion steht ungeachtet des Bürgerbegehrens zu ihren bisherigen Aussagen und Beschlüssen. Sie setzt sich für starke und leistungsfähige Schulen ein. EineZusammenlegung von weiterführenden Schulen ist nach Ansicht der SPD-Fraktion auch ohne die Errichtung einer Gesamtschule mittelfristig nicht zu verhindern. Zwei- und dreizügige Gymnasien, die aufgrund der demographischen Entwicklung in Erftstadt ab dem Jahr 2020 und später übrigbleiben, bieten vor allem in der Oberstufe keine ausreichenden Wahlmöglichkeiten mehr. „Das Angebot ist deutlich schlechter als an größeren Schulen. Nicht von ungefähr schicken viele Erftstädter Eltern ihr Kind unter anderem zum Gymnasium nach Kerpen“, sagt der Vorsitzende des Schulausschusses, Axel Busch. Das würde letztendlich dazu führen, dass die Abwanderung nicht nur unvermindert anhält, sondern noch größer wird. „Erftstadt braucht starke Schulen mit einem guten Angebot für die Schülerinnen und Schüler“, sind sich Bernd Bohlen und Axel Busch einig.

Der unveränderte Erhalt aller bestehenden weiterführenden Schulen in Erftstadt wird zu einer weiteren Abstimmung der Eltern mit den Füßen führen. Die Anmeldezahlen des Jahres 2015 machen sehr deutlich, an welchen Erftstädter weiterführenden Schulen sie eine gute Ausbildung für ihre Kinder sehen. In der Präferenz der Eltern haben die Realschule und das Gymnasium in Liblar deutliche Vorteile gegenüber dem Angebot in Lechenich. „Auch dies ist bei einer Entscheidung über die Zukunft der Schulen in Erftstadt zu berücksichtigen“, so die SPD-Fraktion.

Die sich aus den Anmeldezahlen ergebende Präferenz der Eltern in Erftstadt ist auch eine der Hauptgründe, warum sich die SPD-Fraktion für die Errichtung einer Gesamtschule am Schulzentrum in Lechenich ausspricht. Die SPD-Fraktion hatte in einer ihrer letzten Sitzungen mit deutlicher Mehrheit (nur eine Gegenstimme) beschlossen, die Gesamtschule im Schulzentrum Lechenich zu errichten.

Selbst wenn bei dem Bürgerentscheid das erforderliche Quorum von 20 Prozent Ja-Stimmen erreicht wird, ist damit die Diskussion um eine Gesamtschule nicht beendet. Dann müssten zum Beispiel in einem der Erftstädter Schulzentren die Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer enger zusammenrücken, um dort dann eine weitere Schulform einzurichten. Schon jetzt gebe es in beiden Schulzentren einen großenÜberhang an Klassenräumen. Zur Lösung des Problems könne schließlich auch die spätestens für 2017 prognostizierte Schließung der Don-Bosco-Schule in Friesheim herangezogen werden.