SPD-Fraktion Erftstadt

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Masterplan Liblar

Stadtentwicklung

Die Sozialdemokraten in Erftstadts größten Stadtteil fordern einen Masterplan - diskutieren Sie mit der SPD hierüber:


Masterplan Liblar

Präambel: Liblar ist der größte Stadtteil Erftstadts, Sitz der Verwaltung und der über den Bahnhof bestens angeschlossene Erftstädter Stadtteil an den regionalen und überregionalen Nahverkehr. Liblar ist neben Bliesheim, Köttingen und Kierdorf der einzige Stadtteil, der an das größte Naherholungsgebiet der Region, den Naturpark Kottenforst-Ville, angrenzt. Der Stadtteil Liblar muss sich dieser besonderen Bedeutung stärker bewusst und für diese besondere Rolle fitgemacht werden. Politik und Verwaltung brauchen für die Entwicklung des Stadtteils Liblar ein Leitbild.

Rat und Verwaltung müssen deshalb gemeinsam einen Masterplan für Liblar auf den Weg bringen. Dabei sind auch externe Fachberater einzubeziehen. Erforderlich ist es, die Liblarer Bevölkerung von Anfang an in die Leitbilddiskussionen einzubeziehen. Unser Bürgermeister Dr. Franz-Georg Rips hat in den letzten Monaten wichtige Initiativen gestartet und verschiedene Vorhaben auf einen positiven Weg gebracht (u. a. Revitalisierung EKZ, Umbau Carl-Schurz-Schule, Umbau Bahnhof/Bahnhofumfeld).

Bei der Erstellung des Masterplans stellen sich folgende Aufgaben:

• Verkehrskonzept: Liblar braucht - wie im Übrigen die Gesamtstadt – ein integriertes Verkehrskonzept, das die unterschiedlichen Verkehrsträger miteinander vernetzt. Die derzeitige Verkehrspolitik des Rates, aber auch der Verwaltung, schnelle Lösungen für einzelne Probleme zu präsentieren (z. B. LKW-Verbot Carl-Schurz-Straße), sind keine dauerhaften Lösungen, noch führen sie zu einer nachhaltigen Verkehrspolitik. Neue Ansätze sind vor allem auch für die innerstädtische Anbindung des ÖPNV, aber auch des Individualverkehrs an den Bahnhof erforderlich.

• Einbeziehung der derzeitigen Planungen in ein Gesamtkonzept: Die derzeit isoliert betrachteten und geplanten Verbesserungs- und Umbaupläne für den Bahnhof, das EKZ und den Umbau des Schulzentrums müssen in ein Gesamtkonzept für Liblar eingefügt werden. Eine Diskussion, wie das Gebäude der VHS an einem zentralen Platz an der Carl-Schurz-Straße zukünftig genutzt werden soll, kann und darf nicht unabhängig von deren Gesamtplanung gesehen werden. Die vom privaten Investor im EKZ geplanten Umbauten werden nur dann langfristig zu einer Verbesserung des EKZ führen, wenn auch die Restflächen des Einkaufszentrums und die benachbarten Flächen städtebaulich in die Gesamtplanung integriert werden.

• Bahnhof Liblar:
Die SPD-Fraktion hat sich bei ihrer Entscheidung zum Bahnhof von dem leiten lassen, was finanzierbar und damit machbar ist (Ausbau Parkplätze, Ausbau der Zuwegung zum Bahnhof, Bau eines Kiosk mit Toilettenanlage, Bau einer Fahrradabstellstation). Wenn die Bahn ihre Zusagen zum Umbau der Bahnsteige einhält, stellt dies eine spürbare Verbesserung für die Bahnpendler dar.

• EKZ: Die SPD-Fraktion unterstützt die Bemühungen des privaten Investors, das EKZ zu revitalisieren. Die Fraktion hat alle dafür notwendigen Beschlüsse nicht nur mitgetragen, sondern auch maßgeblich für entsprechende Mehrheiten gesorgt. Der Bau eines eingeschossigen Gebäudes zur Unterbringung einer Spielhalle im südlichen Teil des Einkaufszentrums passt eigentlich nicht in ein Gesamtkonzept, dessen Ziel es letztendlich ist, die Attraktivität des Einkaufszentrums und seines Umfeldes zu verbessern. Es war ein Fehler, den Bebauungsplan nicht grundlegend zu überarbeiten. Das EKZ selbst und das Umfeld profitiert in hohem Maße vom Neubau der Musikschule.

• Carl-Schurz-Schule: Der Rat der Stadt Erftstadt hat sich einstimmig dafür ausgesprochen, den „neueren“ Teil der Gebäude der ehemaligen Carl-Schurz-Hauptschule für eine rein schulische Nutzung vorzuhalten. In diesen Teil werden nach Vorstellungen von Rat und Verwaltung zusätzliche Schulräume für Gymnasium und Realschule sowie eine zentrale Mensa für das Schulzentrum eingerichtet. Die vorbildliche Sanierung des Schulgebäudes der Realschule sollte dabei Vorbild für die Sanierung des Gebäudetraktes sein. Die SPD-Fraktion unterstützt auch die Pläne, Arbeiterwohlfahrt und Jugendräume im „Altbau“ unterzubringen.

• Gesamtkonzept für die Carl-Schurz-Straße:
Der vor Jahrzehnten beschlossene Rahmenplan für die Carl-Schurz-Straße ist überholt. Allein der Verzicht auf den Bau der Osttangente zwingt zu neuen Überlegungen. Die Carl-Schurz-Straße hat auch keine Zukunft mehr als Einzelhandelsstandort. Bei einer Neukonzeption sind u. a. folgende Gesichtspunkte zu beachten und in das Gesamtkonzept einzubringen:

- Die Nutzung und Gestaltung der drei zentralen Plätze (Carl-Schurz-Platz, Viry-Chatillon-Platz und Marienplatz),
- die Nutzung des VHS-Gebäudes und der umliegenden Flächen,
- die Bebauungspläne des Bauvereins (Stadthäuser) im westlichen Bereich der Carl-Schurz-Straße,
- die zukünftige Nutzung des Klosters und des Klostergartens,
- die zukünftige Nutzung des Geländes der Post,
- die Schließung und Nutzung der vielfältig vorhandenen Baulücken entlang der Carl-Schurz-Straße,
- die Nutzung vorhandener Flächenressourcen, u. a. die nicht mehr benötigten Flächen für die Friedhofserweiterung,
- die weitere Funktion der Carl-Schurz-Straße für den innerstädtischen Verkehr, insbesondere nach dem Verzicht auf den Bau der Osttangente,
- die zukünftige Nutzung des Geländes, auf dem die Eisenbahn steht,
- ein Nutzungs- und Sanierungskonzept für das Parkstadion,
- die Erstellung eines Parkplatzkonzepts,
- die Verbesserung des Stadtbildes.

• Erweiterung Baugebiet „Am Villehang“: Die Zielsetzungen für das Neubaugebiet Am Villehang gehören auf den Prüfstand. Wenn es Ziel sein soll, junge Familien nach Erftstadt zu locken, dann kann die weitere Bebauung nicht so erfolgen wie beim derzeitigen Plangebiet. Die Ziele müssen neu angepasst werden. Es müssen Flächen ausgewiesen werden für den Bau von Mietwohnungen, genossenschaftlicher Wohnungsbau und preiswerten Wohnungen.

• Feuer- und Rettungswache: Die zentrale Feuer- und Rettungswache hat auf Dauer keinen Bestand an ihrem derzeitigen Standort. Von dort sind die vorgeschriebenen Einsatzzeiten nicht zu garantieren. Die Einrichtung gehört an eine zentralere Stelle im Stadtgebiet (Wirtschaftspark). Für die Feuerwache muss ein neues Nutzungskonzept entwickelt werden.

• Musikschulgebäude Heidebroichstraße: Das Gebäude der Musikschule in der Heidebroichstraße eignet sich am ehesten für eine Wohnnutzung. Da das Gebäude unter Denkmalschutz steht, empfiehlt sich der Verkauf an einen privaten Investor, der bei seinen Investitionen vor allem auch von den steuerlichen Abschreibungsmöglichkeiten beim Umbau eines denkmalgeschützten Gebäudes profitieren kann.

• Gewerbeflächen: Die vorhandenen Gewerbegebiete in und um Liblar weisen eine Reihe von Defiziten auf. Das Gewerbegebiet Am Vogelsang ist durch zum Teil erhebliche Leerstände von Gewerbeimmobilien geprägt. Leerstände und/oder minderwertig genutzte Flächen gibt es auch im Gewerbegebiet an der Klosengartenstraße. Dort gibt es ebenfalls noch Grundstücke, die gar nicht bebaut sind. Für das Gewerbegebiet Klosengartenstraße/Behrensstraße wird derzeit der Bebauungsplan überarbeitet. Dabei müssen die vorhandenen Probleme gelöst werden. Da nun feststeht, dass die Osttangente nicht mehr gebaut wird, sind auch die vorhandenen Defizite im Gewerbegebiet Am Vogelsang aufzuarbeiten.

• Bürgerplatz: Der Bürgerplatz in Liblar ist ein gutes Beispiel dafür, wie durch eine konsequente Sanierung und Neuordnung der unterschiedlichen Nutzungen die Qualität eines Platzes erheblich verbessert werden kann. Die Kosten dafür waren mit rund 700.000 Euro entsprechend hoch. Die Finanzierung erfolgte komplett über die von der Bundesregierung zur Verfügung gestellten Mittel aus dem Konjunkturförderprogramm II. Der Bürgerplatz zeigt deshalb auch deutlich auf, dass für die Lösungen der bestehenden Probleme weitere Fördermittel erforderlich sind. Allein wird die Stadt nicht in der Lage sein, diese Aufgaben finanziell zu stemmen.

• Haus der Geschichte: Zu einer Identitätsbildung einer Stadt, eines Stadtteils gehört auch die Beschäftigung mit der und das Wissen über die Vergangenheit. Zeugnisse sollten und müssten an einem zentralen Ort untergebraucht werden. Dazu gehören u. a. das derzeit nicht gut untergebrachte städtische Archiv, die Erinnerung an Erftstadts bekanntesten Bürger, Carl Schurz, und die jüngste Vergangenheit, die Zeit des Braunkohleabbaus, die maßgeblich zur frühen Entwicklung der Stadt Erftstadt und ihrer Stadtteile beigetragen hat. In einem solchen Gebäude könnten auch sonstige Sammlungen untergebracht werden. Es gehört zur traurigen Vergangenheit der Stadt, dass es nicht gelungen ist, Sammlungen wie die von Dr. Jazz oder Otto Straznicky (Eisenbahn) auf Dauer in Erftstadt zu halten. Für solche Nutzungen muss öffentlicher Raum zur Verfügung gestellt werden. Die erfolgreiche Gründung der FB-Gruppe auf Initiative des Wirtes des Biergartens am Bahnhof (Waldbiergarten), die sich mit historischen Bildern und Geschichten aus der jüngsten Vergangenheit beschäftigt, ist ein überzeugendes Beispiel dafür, wie groß das Interesse an der Vergangenheit ist.